Making-of LEARNTEC Future Lab

In weniger als 2 Wochen startet die 29. LEARNTEC in Karlsruhe. Drei Tage lang wird es ausschließlich ums „gute“ Lernen in Schule, Hochschule und Beruf gehen. Mehr als 411 Aussteller und über 350 Referenten werden vor Ort sein. Nach über 2 Jahren Corona ist es die erste physische „Großveranstaltung“, auf der ich seit langem F2F mitwirken darf.

Bereits zum zweiten Mal werde ich das Future Lab designen. In 2020 gab es den Auftakt, indem ich einen Smart Learning Playground im Auftrag der Messe Karlsruhe konzipieren durfte. Als Kuratorin der Sonderfläche „Future Lab 2022“ freue ich mich besonders, endlich mal wieder in den persönlichen Austausch mit den BesucherInnen gehen zu können. Dieses Making-Of gibt Einblicke hinter die Kulissen. Es geht um innovative Technologien, das Future Lab Konzept sowie um die Produktion und Entwicklung der einzelnen Bestandteile. Es ist bereits alles vorbereitet. Glaubt mir, es wird mehr als nur einen „magic moment of learning“ geben.

In einem Dreiklang aus „Explore, Play and Grow“ können die BesucherInnen des LEARNTEC Future Labs auf über 200 Quadratmetern erleben, wie eine hybride Zukunft des Lernens aussehen kann. Zudem können die neuesten Technologien basierend auf IoT, AI und XR (Internet of Things, Artificial Intelligence und Extended Reality) live ausprobiert werden.

Das HighLight: Live-Cloning. Du wolltest schon immer deinen eigenen Avatar haben? Komm´ vorbei und klone dich selbst. Wie so ein persönlicher 3D-Avatar aussehen kann, siehst du in meinem Blogpost „Metaverse4Learning„.

Eintauchen in ein Metaverse for Learning

Das Future Lab 2022 ist ein multisensorischer Smart Learning Playground. Es gibt insgesamt 9 Stationen, die zusammen die Learning Journey abbilden. Ziel ist es, die BesucherInnen maximal zu inspirieren und Smart Learning greifbar zu machen. Auf dem Future Lab kann man eintauchen in ein Metaverse for Learning.

Im Zentrum der Sonderfläche befinden sich sechs voneinander getrennte, begehbare Boxen. Dort werden Zukunftsszenarien des Lernens in hybriden Zwischenwelten präsentiert. Es geht um Musik, Sprachenlernen, Geschichte, Naturwissenschaften und Kunst (Box 1-5). Für jede Box gibt es eine „Inspiring Card“ zum Mitnehmen, falls man zu Hause weiter explorieren möchte.

Während die BesucherInnen von Box zu Box gehen, interagieren sie mit augmentierten Projektionen und sprechenden Plakaten. Die interaktiven Plakate ersetzen einen persönlichen Guide. Dadurch kann jeder selbstgesteuert den Playground erkunden und sich auf seine persönliche Learning Experience konzentrieren. Die Plakate bestehen aus normalem Papier und sind mit Microcontrollern, Conductive ink, Sensoren, Lautsprechern und LEDs angereichert. Sobald jemand die „Touchpoints“ mit der Hand aktiviert (Bewegungssensor), erklärt eine Künstliche Intelligenz, was in der Box erkundet werden kann. Und zwar Schritt für Schritt (Step 1 bis Step 5).

Hierfür habe ich eine KI-basierte Software verwendet, die aus JEGLICHEM Skript (in unterschiedlichen Sprachen) in Sekunden ein Audio-File (oder auch Video) generiert. Letztlich habe ich 30 Skripte in kürzester Zeit zu professionellen Sprechertexten umgewandelt, wobei dann die MP3 Files nur noch auf eine SD Karte gespeichert und in den Microcontroller gesteckt werden müssen. Natürlich muss man noch ein paar andere Dinge wie die LEDs und Sensoren konfigurieren, aber insgesamt eine relativ einfache & zugleich sehr schicke Lern-Begleitung. Die LEDs zeigen nämlich auch an, an welchem Punkt der Journey man sich gerade befindet und unterstützt die Orientierung. Das Plakat kann also nicht nur sprechen, sondern auch leuchten. YEAH 🙂

To put it in a Nutshell: Das physische Umfeld wird digital überlagert und lädt zum Explorieren, Spielen und Reflektieren ein. Absolutes Highlight ist die „Magic Box“ – dort geht man hinein und kann auf „Dimi-Knopfdruck“ seinen eigenen Avatar erzeugen lassen.

Auf dem Future Lab wird (zumindest mein Traum) für alle BesucherInnen wahr.

Meet your Mini Me and clone yourself

Dank der HighTech Expertise meiner rooom CoderInnen ist es möglich geworden, hoch komplexe Scanning Prozesse so zu automatisieren, dass wir in der Lage sind, ein Video (1 Sek.) als 3D-Sequenz so zu konvertieren, dass wir innerhalb von nur wenigen Minuten einen 3D-Avatar erzeugen können.

Scanning Verfahren sind eigentlich relativ komplex. Über die Produktion von meinem digitalen Zwilling auf Basis von Photogrammetrie habe ich ja bereits berichtet. Das ist mittlerweile schon 2 Jahre her. In der Zwischenzeit haben sich neue Verfahren und Technologien herausgebildet. Rooom innoviert unterschiedliche, automatisierte Scanning Verfahren. Auf dem Foto oben auf der linken Seite sieht man beispielsweise einen SCAN-ARM. Man drückt quasi auf einen Knopf und alles läuft automatisch ab.

Auf dem linken Video sieht man den Ablauf eines automatisierten Scan-Verfahrens. Man drückt auf einen Knopf und alles geht automatisch. Der Stuhl ist auf einer Drehscheibe platziert, dreht sich und wird von allen Seiten digitalisiert.

Nach nur wenigen Minuten hat man eine virtuelle Nachbildung vom Original. Alles automatisiert und bereits in der Plattform gespeichert, damit die Datei weiterverarbeitet werden kann.

Dieses Prinzip nutzen wir auch für das Live Cloning zur LEARNTEC.

Eine super neue Technologie ist das Volumetric Capturing. Hier wird ein kompletter Raum als Green-Screen Studio ausgebaut und 4D Videos produziert. 4D bedeutet, dass die 3 Dimensionen zusätzlich mit einem Zeitstempel versehen werden. Somit wird es möglich, nicht nur „starre“ Produkte wie einen Stuhl, sondern auch bewegte Objekte wie Menschen in 4D aufzunehmen und weiterzuverarbeiten.

Für das Live Cloning in Box 6 wurde ein Python Skript programmiert, das auf Basis von Volumetric Capturing 4D Dateien konvertiert, verarbeitet und automatisiert als QR Codes ausgibt.

Wozu könnte man nun den QR Code brauchen???

Meine Idee war es, den Effekt von „Meet Your Mini Me“ nicht nur auf der Messe zu erzeugen, sondern vor allem auch nachhaltig zur Verfügung zu stellen. Die browserbasierte AR Anwendung kann live vor Ort, ohne App-Installation, im eigenen Handy auf das Future Lab-HoloDeck projiziiert werden. Ähnlich wie bei Raumschiff Enterprise. Und ja, es wird ein HoloDeck geben!!

Beam me up, scotty

Damit man seinen Avatar aber auch sehr leicht anderen Personen „schicken“ kann, bin ich auf die Idee gekommen, die jeweils individuellen QR-Codes als „Magic-Cards“ mit nach Hause zu geben. So kann man weit entfernten Freunden oder Verwandten oder auch Nachbarn und Kollegen seinen digitalen Zwilling ins Wohnzimmer schicken. Einfach den QR-Code scannen lassen. Dieser wird live vor Ort auf dem gegenüber liegenden rooom Stand auf die „magic cards“ aufgeklebt.

Wenn das nicht WOW -WOW-WOW ist, weiß ich auch nicht.

Aber das war noch lange nicht alles. Nachdem die BesucherInnen die Boxen erkundet haben, betreten sie die Gaming Area. Hier wird ein interaktives Augmented Reality (AR) Game entweder alleine oder zusammen mit einem Partner gespielt. Hier wird deutlich, dass augmentierte Zwischenwelten nicht nur alleine, sondern auch mit mehreren synchron gekoppelt funktionieren.

Die XXL-Puzzlewall ist eine gestaltbare 2×3 Meter große Fläche, die von Tag zu Tag immer bunter und lebendiger wird. Alle BesucherInnen vom Future Lab können hier Ihre Genaken, Ideen, Visionen und Herausforderungen zur Zukunft des Lernens formulieren. Am Ende der Messe ist ein Ko-Kreatives Kunstwerk entstanden.

Im dritten und letzten Bereich des Future Labs werden die BesucherInnen bei „Grow“ eingeladen, sich aktiv einzubringen, die Erlebnisse aus dem Future Lab zu reflektieren und ihre ganz persönlichen Ideen, Gedanken und Visionen mit anderen zu teilen. Hierfür kann jeder ein eigenes blanko Puzzle-Teil gestalten. Mit bunten Farben, Federn, Knete, Klebstoff und weiteren Kreativ-Materialien. Nach und nach formt sich aus den einzelnen Puzzleteilen eine gemeinsam gestaltete Collage.

Darüber hinaus gibt es eine gemütliche Sitzecke, um mit anderen in den Austausch zu kommen und gemeinsam zu reflektieren.

Ich freue mich schon so so so sehr, viele neue und vor allem auch die vielen bekannten „Learning Professionals“ zu treffen. Kommt gerne beim Future Lab vorbei!!

Aber auch abseits dessen wird es Gelegenheiten geben, sich endlich mal wieder F2F zu treffen und reichlich Spaß zu haben. Anbei mal ein lieb gewonnener Eindruck aus 2020:

Über den Hashtag #LearnLab2022 lassen sich die Erlebnisse im LEARNTEC Future Lab in diesem Jahr auf den sozialen Netzwerken mit der Community teilen.

Und ach so, was es mit meiner „Kino-Figur“ (siehe folgendes Foto) auf sich hat, müsst ihr selbst raus finden.

Die aktuelle Pressemeldung zum Future Lab gibt es hier.

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